Stichwort: Antichrist

Autor: Markus Brunner

03.09.2001

1/2




Studienarbeit

Autor:

Markus Brunner

Thema:

Wer war der Antichrist zur Zeit des Apostels Johannes?

Abgabetermin:

31. Juli 2001

Punkte für die Arbeit:

3 Punkte (von 3 möglichen)

Note für die Arbeit:

100 %, A

Kommentar vom Dozent:

»Du hast eine interessante und gründliche Arbeit zu diesem Thema geschrieben. Deine Argumente hast Du sauber entfaltet und in den Anmerkungen angegeben. Sehr schöne Darstellung! Gute Literatur miteinbezogen. Ausgezeichnete Arbeit! In den Punkten 2.1, 3.1, 3.2 ist für mich nicht immer alles nachvollziehbar.«
Pfr. Daniel Aurag




















Domitian war ein Antichrist





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INHALTSVERZEICHNIS

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TITEL

INHALT

ANGABEN

Stichwortverzeichnis
Aufbau

EINLEITUNG


HAUPTTEIL

1. Einleitung

1.1 Prinzipien der Hermeneutik
1.2 Wer schrieb wann die Offenbarung?

2. Das Tier

2.1 Das Tier lebte zur Zeit des Apostels Johannes!

3. Einschub: 42 Monate

3.1 Daniels Prophetie
3.2 3½ Jahre in der Offenbarung

4. Die Zahl 666

4.1 verschiedene Spekulationen
4.2 Domitian

SCHLUSS

Literaturverzeichnis





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ANGABEN

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EINTRAG INS STICHWORTVERZEICHNIS

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Stichwort:

Antichrist

Bibel:

Offenbarung

Beschrieb:

Der Apostel Johannes verfasste die Offenbarung zur Zeit Domitians und entlarvte diesen als einen Antichristen. Der eigentliche und letzte Antichrist kommt aber erst noch. Auslegung der 3 ½ Jahre der Offb.

Datum:

30.7.2001

Ort:

Basel

Anlass:

IGW-Kurs: Eschatologie

Theologie:

Eschatologie

Aufgabe:

Studienarbeit





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AUFBAU

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Methode

thematische Predigt

Gegenstand

Der Antichrist







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EINLEITUNG

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Thema

Wer war der Antichrist zur Zeit des Apostels Johannes?

Titel

Domitian war ein Antichrist

Einführungs-
satz

Dieser Studienarbeit stelle ich folgende These voran: Der Apostel Johannes schrieb die Offenbarung gegen Ende der Regierungszeit von Domitian und entlarvte diesen als Antichrist.

Kernaussage

Domitian war der Antichrist zur Zeit des Apostel Johannes.

Überleitungs-
satz

Diese meine These zu beweisen, ist vielleicht ein zu hohes Ziel (Wer kann das schon?). Ich will aber meine Argumente im folgenden ausführen und bin mir bewusst, dass sie zum Teil der gängigen evangelikalen Sicht widersprechen. Dabei benutze ich mein (für mich) bewährtes Predigtformular.







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HAUPTTEIL

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PUNKT 1

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1. Einleitung



1.1 Prinzipien der Hermeneutik

Auslegung

Als erstes muss ich meine hermeneutischen Prinzipien darstellen. Diese werden meine Auslegung naturgemäss stark beeinflussen.

Vorrang des NT

Die NT-Endzeitprophetie schliesst die Auslegung der AT-Endzeitprophetie mit ein und hat darum Vorrang. Es ist also darauf zu achten, dass wir nicht die NT-Endzeitprophetie in die AT-Endzeitprophetie hineininterpretieren, sondern umgekehrt!

wörtlich,

bildlich

Die wörtliche Endzeitprophetie hat vor der bildlichen Endzeitprophetie Vorrang und gibt ihr sozusagen die Leitlinien. Denn bildliche Prophetie auszulegen, kann schnell ins Uferlose führen. Wörtliche Endzeitprophetie lesen wir in den Evangelien, Apg. und den Briefen. Nicht aber in der Offb. So müssen wir also das Endzeit-Raster möglichst von ausserhalb der Offb. herauslesen.

Evangelien

Jesus vermittelt in den synoptischen Evangelien zwei Endzeitprophetien:

  1. Die kurz bevorstehende Zerstörung Jerusalems (eigentlicher Anlass Seiner Endzeitprophetie)

  2. Ein kurzer Abriss über die Endzeit bis zu Seiner Wiederkunft.

Diese zwei Endzeitprophetien müssen auseinandergehalten werden, da es sonst zu einem Durcheinander von Jesu Endzeitprophetie kommt.

Ziel

Das Ziel und die Adressaten der Offb. darf nie aus den Augen verloren werden. Die Offb. wurde an verschiedene Gemeinden des ausgehenden 1. Jh.n.Chr. geschrieben. Für die Auslegung der Offb. ist es darum wichtig, dass Johannes für die Gemeinden schrieb. Unsere Auslegung muss also berücksichtigen, dass die Offenbarung in erster Linie für die damals lebenden Christen von Sinn und Bedeutung war. Wir müssen unsere Auslegung also aus der Sicht der damaligen Christen angehen und erst dann dürfen wir sie auf unsere Zeit übertragen!





1.2 Wer schrieb wann1 die Offenbarung?

Eusebius

Wer schrieb die Offenbarung? Nach Eusebius kommen zwei Verfasser in Frage: Der Apostel Johannes oder ein Presbyter Johannes. Doch in Eusebius' Kirchengeschichte kommt auch klar zum Ausdruck, dass die Mehrheit der Kirchenväter (mit Ausnahme von Dionysius2) der Überzeugung waren, dass der Apostel Johannes die Offenbarung schrieb und zwar gegen Ende der Regierungszeit von Kaiser Domitian.

Presbyter Johannes?

Papias schrieb: »Kam einer, der den Älteren gefolgt war, dann erkundigte ich mich nach den Lehren der Älteren und fragte: "Was sagte Andreas, was Petrus, was Philippus, was Thomas oder Jakobus, was Johannes oder Matthäus oder irgendein anderer von den Jüngern des Herrn, was dann ja auch Aristion und der Presbyter Johannes, ebenfalls Jünger des Herrn, sagen". Denn ich war der Ansicht, dass aus Büchern geschöpfte Berichte für mich nicht denselben Wert haben können wie das lebendige und beständige mündliche Zeugnis.«3
Eusebius kommentiert dann Papias wie folgt: »An diesen Worten ist beachtenswert, dass Papias zweimal den Namen Johannes aufzählt. Das erste Mal zählt er Johannes zu Petrus, Jakobus, Matthäus und den übrigen Aposteln; er meint also offenbar den Evangelisten. Das zweite Mal, in einem neuen Satzteil, rechnet er Johannes zu einer anderen Kategorie, welche von der der Apostel verschieden ist; er stellt ihm den Aristion voran und bezeichnet ihn ausdrücklich als Presbyter.4 Damit bewahrheitet sich also der Bericht, dass in Asien zwei Jünger den gleichen Namen gehabt hätten, und dass in Ephesus zwei Grabmäler errichtet worden wären, von denen noch jetzt jedes den Namen Johannes trüge. Dies ist wohl zu beachten. Denn es ist wahrscheinlich, dass, soferne man nicht an den ersteren Johannes denken will, der zweite die unter dem Namen des Johannes gehende Offenbarung geschaut hat.«5

Apostel
Johannes schrieb zur Zeit
Domitians

»Als nach 15jähriger Regierung des Domitan Nerva die Herrschaft übernommen hatte, fasste der römische Senat den Beschluss, dem Domitian seine Ehrentitel zu entziehen und die ungerecht Verbannten nach Hause zurückzurufen unter Zurückerstattung ihres Vermögens. So berichten die Geschichtschreiber der damaligen Zeit. Nach alter christlicher Überlieferung kehrte damals der Apostel Johannes aus seiner Verbannung auf der Insel zurück und nahm wieder seinen Aufenthalt in Ephesus.«6

»Damals lebte noch in Asien der Apostel und Evangelist Johannes, den Jesus liebte, und leitete die dortigen Gemeinden, nachdem er nach dem Tode des Domitian von der Insel zurückgekehrt war, auf die man ihn verbannt hatte.«7

»Justin schreibt auch, dass die prophetischen Gaben zu seiner Zeit noch in der Kirche leuchteten. Auch erwähnt er die Offenbarung des Johannes und bemerkt ausdrücklich, dass sie ein Werk des Apostels sei.«8

»So berichtet Irenäus in dem erwähnten dritten Buche seines genannten Werkes. Im fünften Buche äussert er sich über die Offenbarung des Johannes und über die Zahl, welche dem Antichrist beigelegt wird, also: "Die Sache verhält sich so, und in allen bewährten und alten Handschriften findet sich diese Zahl. Und auch jene, welche Johannes von Angesicht gesehen haben, bezeugen es, und die Rechnung lehrt uns, dass sich die Namenszahl des Tieres nach griechischer Zählung aus den Buchstaben des Namens ergibt." Bald darauf sagt er über denselben Johannes: "Wir wagen es nun nicht, über den Namen des Antichrist etwas mit Sicherheit zu behaupten. Wenn sein Name in der jetzigen Zeit hätte bekannt werden sollen, dann wäre er durch den mitgeteilt worden, der auch die Offenbarung geschaut hat. Denn nicht vor langer Zeit wurde sie geschaut, sondern beinahe in unseren Tagen, nämlich gegen das Ende der Regierung des Domitian." So berichtet Irenäus über die Offenbarung.«9

Apostel
Johannes schrieb zur Zeit Neros?

Zur Abfassungszeit der Offenbarung gibt es auch noch eine andere Theorie, die allerdings doch sehr unwahrscheinlich ist:
»Hinsichtlich der Zeit und der Umstände, für die das Buch der Offenbarung geschrieben wurde, gibt es zwei Richtungen. Eine Gruppe verlegt beides in die Zeit Neros, als der Brand Roms eine Christenverfolgung auslöste. Diese Ansciht wird vor allem durch zwei Überlegungen gestützt. Wenn Johannes, der Sohn des Zebedäus, die Offenbarung ebenso wie das Evangelium und die Briefe, die ihm zugeschrieben werden, verfasste, dann könnte der radikale Unterschied in Sprache und Stil besser erklärt werden, wenn die Offenbarung ein früher Versuch war, das heisst, dass er sie schrieb, als seine Beherrschung des Griechischen noch unvollständig war, während das Evangelium und die Briefe zu einem späteren Zeitpunkt entstanden, als er über eine erheblich bessere Beherrschung dieser Sprache verfügte. Ausserdem wurde vorgeschlagen, dass die mystische Zahl - 666 (13,18) - die Gesamtsumme der numerischen Werte der hebräischen Buchstaben darstellt, mit denen man Neron Kesar schreibt, und dass deshalb die in dem Kapitel beschriebene Person Nero sein müsse.
Diese Art von Überlegung scheint zu schwach, um irgendeine gesicherte Schlussfolgerung zu ziehen, vor allem, wenn keinerlei äussere Überlieferung diese Gedanken stützt.«10







Übergang

Wenn wir uns nun an die Frage heranwagen, wer denn der Antichrist zur Zeit des Apostels Johannes war, so hilft uns die Offenbarung gleich selber mit zwei Hinweisen:

Offb. 13,18: Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

Offb. 17,9-11: Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige: die fünf ersten sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kurze Zeit bleiben. Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben.

Offb. 13,18 und 17,9 sind offensichtlich Schlüsselstellen, wenn es darum geht, den Antichristen zu identifizieren. Diesen Stellen wenden wir uns im folgenden zu. Allerdings in umgekehrter Reihenfolge.







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PUNKT 2

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2. Das Tier



2.1 Das Tier lebte zur Zeit des Apostels Johannes!

Offb. 17,9-11

Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige: die fünf ersten sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kurze Zeit bleiben. Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben.

Tier hat Ähnlichkeit mit dem Drachen

Das in Offb. 17,9ff. beschriebene Tier hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Drachen von Offb. 12,3, ist aber nicht identisch damit. Während nämlich der Drache von Offb. 12,3 klar als Teufel bezeichnet wird (Offb. 12,9), so ist das Tier von Offb. 17,9ff. mit dem Tier von Offb. 13,1ff. identisch.

Offb. 12,3

Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: und siehe, ein grosser, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte;

Offb. 13,1

Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte, und auf seinen Hörnern zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung.

Tier wirkt 42 Monate

Dieses Tier wird 42 Monate lang wirken (Offb. 13,5).

Offb. 13,5

Und es wurde ihm ein Mund gegeben, der grosse Dinge und Lästerungen redete; und es wurde ihm Macht gegeben, zweiundvierzig Monate zu wirken.

42 Monate dauern schon fast 2000 Jarhe an!

"Nun", sagen da viele Ausleger, "der Fall ist klar. 42 Monate sind 3 1/2 Jahre und diese Zeit entspricht der zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche im Buche Daniel, die sogenannte grosse Trübsalszeit, die uns noch bevorsteht."11

Diese Auslegung bezieht offensichtlich die Herrschaft des Tieres von 42 Monaten (Offb. 13,5) nur gerade auf die Herrschaft des letzten Kopfes, welcher die Offenbarung des ganzen Tieres beinhaltet (Offb. 17,11).

Diese Auslegung ist sicherlich zulässig (wenn sie mir auch etwas künstlich erscheint, da in Offb. 13 das Tier als Ganzes beschrieben wird), aber ganz sicher nicht zwingend.

Die Adressaten der Offenbarung, also die Christen, die unter der Verfolgung Domitians litten, waren ganz sicher nicht der Meinung, dass die Wirkungszeit von 42 Monaten des Tieres gar noch nicht angefangen habe! Das kann nur uns heutigen Christen im "ruhigen" Westen in den Sinn kommen.

Ich bevorzuge die Auslegung, dass sich die 42 Monate auf die ganze Wirkungszeit des Tieres beziehen (also aller Köpfe) und dass deshalb die 42 Monate nicht rechnerisch zu verstehen sind. Den Anfangspunkt der 42 Monate sehe ich in der Zerstörung des Tempels (ich sehe sie also als die 2. Hälfte der 70. Jahrwoche des Daniels) und der Endpunkt in der Wiederkunft Christi. So wird klar, dass die 42 Monate nun schon fast 2000 andauern!

»Die "zweiundvierzig Monate" umfassen also die ganze Endzeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu hinsichtlich ihres antichristlichen Gepräges.«12

Schlüssel-
stelle

Diese Auslegung der Wirkungszeit des Tieres (42 Monate) hat grosse Konsequenzen auf die ganze Auslegung der Offenbarung, da die 3 1/2 Jahre in der Offenbarung eben doch eine wichtige Rolle spielen. Das Verständnis dieser Stelle stellt die Weichen der Auslegung schon zum vornherein in vielen Punkten. Deshalb ist es wohl kaum übertrieben, hier von einer Schlüsselstelle zu sprechen.

»Die Übersicht ergibt, dass die Dreieinhalb, Zweiundvierzig und Eintausendzweihundertsechzig zu den Sinnzahlen der Offb gehören. Dabei beziehen sie sich auf den gleichen Zeitraum, auf die neutestamentlich verstandene Endzeit, nämlich auf die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen des Herrn. Liegt ihr antichristliches Gepräge im Blickfeld, wird die Zahl in Monaten angegeben, kommt ihr geistlicher Gehalt zur Sprache, erscheint sie umgerechnet in Tage.«13

Tabelle

Die untenstehende Tabelle soll zeigen, wie ich Offb. 17,8-14 gliedere. Zur Zeit des Apostels Johannes gehörten schon 5 Köpfe der Vergangenheit an. D.h. es ist wirklich Endzeit (1. Joh. 2,1814)! Johannes selbst lebte zur Zeit des 6. Kopfes. Dieser Kopf ist, und ist doch nicht. Das widerspricht sich nicht, sondern zeigt schlicht die Unbedeutsamkeit dieses Kopfes in den Augen Gottes. Er steht im Widerspruch zu Gott, dem ewig Seienden.15 Der 7. Kopf wird aus der Perspektive des Johannes erst kommen. Ich denke, dass wir heute in der Zeit des 7. Kopfes leben. Der 8. Kopf ist das Tier selbst. Das ist der Antichrist. Auch die vorherigen 7 Köpfe stellen Antichristen dar. Doch der Antichrist steht uns noch bevor.16 In seine Regierungszeit fällt auch der 10-Staaten-Bund. Denn die 10 Könige haben zur Zeit des Johannes noch kein Königreich empfangen und werden mit dem Lamm selbst (nicht nur mit den Christen) kämpfen. Das deutet auf die Wiederkunft Christi hin, während der Christus den Antichristen und sein Heer besiegen wird (Offb. 19,1917).

Wie ich oben ausgeführt habe, beschränke ich die Wirkungszeit von 42 Monaten nicht nur auf den eigentlichen Antichristen, sondern beziehe sie bildlich auf das ganze Tier.







Offb. 17,8-14: Das Tier wirkt 42 Monate

7 Köpfe

8. Kopf: Das Tier

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Verderben

Das Tier, das du gesehen hast,

war

und ist nicht


und wird aus dem Abgrund heraufsteigen

und geht ins Verderben;

und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen,

dass es war

und nicht ist

und da sein wird.


Hier ist Verstand nötig, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt.
Und es sind sieben Könige:

die fünf ersten sind gefallen,

der eine ist,

der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kurze Zeit bleiben.



Und das Tier, das war

und nicht ist,


es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben

und geht ins Verderben.




Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Königreich empfangen haben, aber mit dem Tier kurze Zeit Macht wie Könige empfangen. Diese haben einen Sinn und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. Diese werden mit dem Lamm Krieg führen,

und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue.







Übergang

Wir haben oben gesehen, dass die 42 Monate (= 3 1/2 Jahre) nicht wörtlich zu verstehen sind. Jetzt wollen wir auf unserer Spurensuche nach dem Antichristen zur Zeit des Johannes einen Abstecher zum Buch Daniel machen.







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PUNKT 3

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3. Einschub: 42 Monate



3.1 Daniels Prophetie

Dan. 9,25-27

(Text siehe unten)

Prophet
Daniel

Die 3 ½ Jahre sind aus dem Buch Daniel (9,25-27) entnommen und werden dann im Neuen Testament ausgelegt. Jetzt wende ich folgende hermeneutische Regel an: Das NT legt das AT aus (siehe oben). Somit müssen wir das Buch Daniel durch das NT auslegen und nicht umgekehrt!

2 Gesalbte, Fürst

Daniel 9,25-27 spricht von 2 Gesalbten und einem Fürsten. Der erste Gesalbte ist zugleich ein Fürst. Der zweite Gesalbte ist Jesus Christus. Der kommende Fürst ist ein Zerstörer und wirkt eine Woche lang. Da diese Woche nun schon bald 2000 Jahre währt, wird klar, dass es sich dabei nicht um einen Menschen handelt, sondern um eine zerstörerische, antichristliche Macht.

Ende der Opfer

Zur Hälfte der Woche werden die Opfer aufhören. Wir wissen, dass die Opfer aufgehört haben, weil der jüdische Tempel nicht mehr steht! Die Hälfte der Woche lässt sich also exakt auf 70 n.Chr. datieren (Zerstörung des Tempels durch Titus).

Interessant (wenn auch für die Auslegung unbedeutend) ist hierbei, dass wohl auch der jüdische Historiker Flavius Josephus die Zerstörung des Tempels als Mitte der letzten Jahrwoche datiert.18

Flügel von Greueln

Die "Flügel von Greueln" werden in Mt. 24,1519 ausgelegt. Mt. 24,15-28 bezieht sich meiner Meinung nach vor allem auf die Ereignisse um 70 n.Chr. und gibt Antwort auf die Frage der Apostel »Sage uns, wann wird das sein« (Mt. 24,3b). Diese Frage wiederum bezieht sich auf Jesu prophetische Aussage von der Zerstörung des Tempels (Mt. 24,2).

Somit ist mit den "Flügel von Greueln" die Zeloten gemeint, die sich in 3 Gruppen gegenseitig bekämpften20, im Heiligtum Blut vergossen und das Allerheiligste entweihten. Dass man im Falle der Zeloten wirklich von "Greueln" sprechen kann, bezeugt der Zeitgenosse Flavius Josephus zur Genüge!21 Die Zeloten sind nicht selber der Verwüster, sondern sie waren dessen "Flügel". D.h. das Wirken der Zeloten war letztlich der Anlass für die Verwüstung Jerusalems durch die Truppen des römischen Feldherrn Titus (als Nachfolger seines Vaters Vespasian). Titus war also dieser Verwüster.

Die "Flügel von Greueln" bezieht sich demgemäss ebenfalls auf die Mitte der letzten Jahrwoche Daniels.

Verwüster

Der Verwüster ist wohl der gleiche wie der "kommende Fürst" (oder einfach ein Feldherr desselben?). Er wird besiegt werden, was mit bildlicher Sprache prophezeit wird (»sein Ende ist in einer Überflutung«, »festbeschlossene Vernichtung über den Verwüster ausgegossen«).

Zusammen-
fassung

Die wichtigsten Auslegungspunkte von Dan. 9,25-27 will ich im folgenden festhalten:

  • Der kommende Fürst ist kein Mensch, sondern eine gottlose Macht, die seit dem Tode Jesu bis zum Ende wirkt (während der ganzen letzten Jahrwoche).

  • Der römische Feldherr Titus war ein Verwüster.

  • Die Mitte der letzten Jahrwoche wurde 70 n.Chr. erreicht, nämlich bei der Zerstörung Jerusalems mit der Folge, dass es keine Opfer mehr gibt.

Tabelle

Die untenstehende Tabelle soll diese meine Auslegung graphisch verdeutlichen.



Daniel 9,25-27

7 Wochen

62 Wochen

nach 62 Wochen

1 Woche

3 1/2 Tage

Hälfte der
Woche

3 1/2 Tage

Von dem Zeitpunkt an, als das Wort erging, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind es sieben Wochen.

Und 62 Wochen lang werden Platz und Stadtgraben wiederhergestellt und gebaut sein, und zwar in der Bedrängnis der Zeiten.

Und nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und wird keine Hilfe finden.


Und das Volk eines kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, und sein Ende ist in einer Überflutung;


und bis zum Ende ist Krieg, fest beschlossene Verwüstungen.

Und stark machen wird er einen Bund für die Vielen (o. und stark erweisen wird sich der Bund mit den Vielen; andere üs: er wird den Bund für viele schwer machen; d.h. viele zum Abfall bringen), eine Woche lang;


und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen.


Und auf dem Flügel von Greueln kommt ein Verwüster,

bis festbeschlossene Vernichtung über den Verwüster ausgegossen wird.





Bewertung

Natürlich kann man einwenden, dass die letzte Jahrwoche genauso rechnerisch verstanden werden sollte wie die vorhergegangenen 69 Jahrwochen!22 Wenn man von dieser Annahme ausgeht, schiebt man die Gnadenzeit der Gemeinde zwischen die 69. und die 70. Jahrwoche. Das Aufhören der Opfer wird dann in der Zukunft erwartet. Das ist sicher legitim. Aber die Aussetzung der Zählung der Jahrwochen ist natürlich mindestens so spekulativ wie die Ausdehnung der letzten Jahrwoche.

Auch ich halte es für möglich, dass der Tempel in Israel wieder erbaut wird, weil der Antichrist sich ja dann darin begeben wird und sich als Gott ausgeben wird (2. Thess. 2,423); sofern wir in dieser Bibelstelle "Tempel" auf den jüdischen Tempel beziehen, was allerdings nicht zwingend ist. "Tempel" könnte sich auch auf die Gemeinde Christi beziehen.24 Sollte es sich auf den jüdischen Tempel beziehen, werden die Opfer wahrscheinlich wiederum aufhören. Doch muss jeder Ausleger zugeben, dass die Opfer auf jeden Fall bereits aufgehört haben. Ich glaube, es ist auch nicht vermessen zu behaupten, dass es nie mehr eine solch lange Zeit mehr geben wird, wo keine Opfer mehr im Tempel von Jerusalem geschlachtet werden!

Meine Position ist also diese: Ich glaube aufgrund der Offenbarung des Johannes, dass wir in der zweiten Hälfte der 70. Jahrwoche leben und halte es aber durchaus für möglich, dass sich die Prophetie des Abbruchs der Opferungen noch einmal erfüllen könnte25 (nach Antiochus IV. Epiphanes (1. Makk. 1,46-5226.5727) und Titus) und die jüdischen Opfer noch einmal aufhören werden. Es ist also durchaus möglich, dass der letzte und eigentliche Antichrist für 3 ½ Jahre die Opfer aufhören lassen wird. Doch wie gesagt: "Das ist möglich." Es muss aber nach meiner Meinung nicht sein, weil sich diese Prophetie ja bereits erfüllt hat.





3.2 3½ Jahre in der Offenbarung

Einführung

Meine Auslegung, dass wir jetzt schon in der zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche Daniels leben, hat Konsequenzen fast auf die Auslegung der ganzen Offenbarung. Dies will ich im folgenden aufzeigen.
(Diesen Punkt musste ich in der von mir eingereichten Studienarbeit aus Platzgründen auslassen.28)

Tempel

Der Hof des Tempel von Offb. 11,1-2 wird 42 Monate lang von den Nationen zetreten werden.
Wenn wir also bereits in diesen 42 Monaten (= 3 ½ Jahre) leben, ist dieser Tempel ein Bild für die Bewahrung Gottes (= messen). Die heilige Stadt aber, Jerusalem, wird bis zur Wiederkunft Christi Krieg und Verwüstung erleben.

Offb. 11,1-2

Und es wurde mir ein Rohr, gleich einem Stab, gegeben und gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die, welche darin anbeten! Und den Hof, der ausserhalb des Tempels ist, lass aus und miss ihn nicht! Denn er ist den Nationen gegeben worden, und sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate.

2 Zeugen


herrschen

Die 2 Zeugen von Offb. 11,3-6 werden 1260 Tage (= 3 ½ Jahre) leben.
Wenn wir diese 3 ½ Jahre bildlich verstehen und sagen, dass wir bereits in dieser Zeit leben, so wird klar, dass diese Zeugen keine Personen sind, sondern ein Bild für das Volk Gottes, das die Vollmacht von Mose und Elia besitzt und bereits jetzt mit Jesus Christus herrschen.

Offb. 11,3-6

Und ich werde meinen zwei Zeugen (Vollmacht) geben, und sie werden tausendzweihundertsechzig Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet. Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Und wenn jemand ihnen schaden will, so geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen schaden will, muss er ebenso getötet werden. Diese haben die Macht, den Himmel zu verschliessen, damit während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle; und sie haben Gewalt über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie nur wollen.

leiden

Wenn die 2 Zeugen in Offb. 11,7-13 vom Tier besiegt werden und »drei Tage und einen halben« (= 3 ½ Jahre) tot liegen bleiben, so ist das ein Bild für das jetzige leidende Volk Gottes. Die Tatsache aber, dass von 3 ½ Tagen die Rede ist, deute ich ebenfalls bildlich und meint, dass dieses Leiden im Vergleich zur Ewigkeit nur von kurzer Dauer sein wird (vgl. 2. Kor. 4,1729). Nach diesem Leiden wird dann die Entrückung stattfinden, und zwar kurz vor der sichtbaren Wiederkunft Christi.
Natürlich sprengt diese Auslegung der 3 ½ Tage das Bild der 2 Zeugen30, was aber für die Offb. nichts Aussergewöhnliches ist.

Offb. 11,7-13

Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und sie töten. Und ihr Leichnam (wird) auf der Strasse der grossen Stadt (liegen), die, geistlich gesprochen, Sodom und Ägypten heisst, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. Und (viele) aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihren Leichnam drei Tage und einen halben und erlauben nicht, ihre Leichname ins Grab zu legen. Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und frohlocken und werden einander Geschenke senden, denn diese zwei Propheten quälten die auf der Erde Wohnenden. Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie standen auf ihren Füssen; und grosse Furcht befiel die, welche sie schauten. Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: Steigt hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke, und es schauten sie ihre Feinde. Und in jener Stunde geschah ein grosses Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und siebentausend Menschennamen wurden in dem Erdbeben getötet; und die übrigen gerieten in Furcht und gaben dem Gott des Himmels Ehre.

Frau

Wenn die Frau in Offb. 12,1-6 1260 Tage (= 3 1/2 Jahre) oder in Offb. 12,13-17 »eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit« (= 3 ½ Jahre) in der Wüste ernährt wird, und wir diese 3 ½ Jahre bildlich verstehen und als eine Zeit betrachten, in der wir bereits leben, so wird deutlich, dass diese Frau wohl das Volk Gottes ist, nämlich die Gemeinde Christi, die während der ganzen Endzeit die Bewahrung, Geborgenheit und Versorgung Gottes erleben wird; deren Nachkommen - nämlich die Christen - aber unter der Verfolgung leiden werden. Doch die Pforten der Hölle wird die Gemeinde Christi nie überwinden können (Mt. 16,1831)!

Offb. 12,1-6

Und ein grosses Zeichen erschien im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond (war) unter ihren Füssen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen. Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen (und soll) gebären.
Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: und siehe, ein grosser, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte; und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels fort; und er warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die im Begriff war, zu gebären, um, wenn sie geboren hätte, ihr Kind zu verschlingen. Und sie gebar einen Sohn, ein männliches (Kind), der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron. Und die Frau floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hat, damit man sie dort ernähre tausendzweihundertsechzig Tage.

Offb. 12,13-17

Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die das männliche (Kind) geboren hatte. Und es wurden der Frau die zwei Flügel des grossen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste fliege, an ihre Stätte, wo sie ernährt wird eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit, fern vom Angesicht der Schlange. Und die Schlange warf aus ihrem Mund Wasser, wie einen Strom, hinter der Frau her, um sie mit dem Strom fortzureissen. Und die Erde half der Frau, und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Mund warf. Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Nachkommenschaft, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben.

Fall des Teufels,
falscher Prophet,
Hure Babylon

Wenn wir schon seit bald 2000 Jahren in den letzten 3 ½ Jahren leben (bildlich verstanden), dann wird auch deutlich,

  • dass der Teufel bereits auf die Erde geworfen worden ist (Offb. 12,7-13),32

  • dass der falsche Prophet (Offb. 13,11-18) kein einzelner Mensch ist, sondern eine gottlose verführerische Macht, die bereits am wirken ist

  • und dass die Hure Babylon (Offb. 17-18) eine antichristliche Vergnügungs- und Wirtschaftsmacht ist, die bereits am wirken ist.

Anwendung

Wir sehen jetzt, dass die bildliche Deutung der letzten 3 ½ Jahren durchaus grosse Konsequenzen auf die Auslegung der Offenbarung hat. Deshalb ist die Frage der Wirkungszeit des Antichristen keine Nebensache in der Auslegung der Offb., sondern von durchaus entscheidender Bedeutung! Je nachdem, ob man diese 3 ½ Jahre zeitlich oder bildlich versteht, wird die ganze Auslegung der Offb. beeinflusst. Ich aber bin der Meinung, man muss diese 3 ½ Jahre bildlich verstehen.





Übergang

Jetzt wollen wir uns mit dem zweiten Geheimnis des Antichristen befassen: Die Zahl 666!





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PUNKT 4

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4. Die Zahl 666

Offb. 13,18

Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.



4.1 verschiedene Spekulationen

www

»Beispielsweise hat der hebräische Buchstabe "w" den Zahlenwert 6. Demnach wäre die Zahl 666 dasselbe wie "www", die Abkürzung des weltweiten Internets (World Wide Web).«33

Kaiser Nero

»Die häufigste Variante ist, die Buchstabenwerte zusammenzuzählen. Danach könnte die Summe von "Kaiser Nero" die Zahl 666 ergeben, so dass das Tier diesem Christenverfolger gleichzusetzen wäre.
Dieser Ansicht ist der Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, Heinzpeter Hempelmann (Bad Liebenzell). Allerdings habe Johannes nicht nur die Unterdrückung seiner christlichen Zeitgenossen beschrieben, sondern auch die Sage vom wiederkommenden Nero aufgegriffen. Er bereite die Christenheit darauf vor, mit einem von dem Satan selbst bevollmächtigten, weltlichen Machthaber zu rechnen, der an das Handeln Neros anknüpfen und dessen Schreckensherrschaft fortsetzen werde, schreibt Hempelmann in der Zeitschrift "Factum".«34

Diese Auslegung steht nach Martin Forster der Schwierigkeit gegenüber, dass sie das hebräische Alphabet benutzt und nicht das griechische.35

Lateiner

"Lateiner" nach dem griechischen Alphabet. »Hier ist das römische Reich gemeint. Johannes sagt aber, es sei die Zahl eines Menschen.«36

Tier

"Tier" nach dem hebräischen Alphabet. »Hier ist eine symbolische Macht gemeint. Wieder ist es keine Zahl eines Menschen. Meint Johannes mit seiner Zahl das hebräische Alphabet?«37

Papst

"Stellvertreter des Sohnes Gottes" nach dem lateinischen Alphabet. »Dieser Papsttitel ist nicht bezeugt. Es bezeichnet keine bestimmte Person. Arbeitet Johannes mit dem lateinischen Alphabet? Die Zählung der Buchstaben ist willkürlich. Wie hätten die Leser das verstehen können?«38

Hitler

"Hitler" nach dem deutschen Alphabet. »Wie bewertet man deutsche Buchstaben? Konnten die Leser das verstehen?«39

symbolische Zahl

»Andere Ausleger der Offenbarung verzichten darauf, das Tier mit konkreten Personen zu identifizieren. Für sie ist die Zahl 666 ein Symbol, dessen eigentliche Bedeutung erst aus dem Zahlenwert für Jesus ersichtlich wird. Die Quersumme der griechischen Buchstaben des Jesus-Namens ergibt 888. Den Schlüssel bilde die Zahl 7, die in der Bibel für Vollkommenheit steht. 6 liege darunter und symbolisiere in dreifacher Verstärkung das Sündige, Unvollkommene und Ungöttliche, während die 8 für die göttliche Perfektion in Christus stehe, meint der Schweizer Bibelübersetzer und Buchautor Roger Liebi.«40

Bewertung

Alle diese obigen Auslegungen betrachte ich als Spekulationen, ausser die letzte. Ich persönlich bin aber von der unten aufgeführten Auslegung überzeugt.







4.2 Domitian

Kaiser
Domitian

Ich persönlich gehe von der Überzeugung aus, dass Johannes für seine Mitchristen den Antichristen zu seiner Zeit mit der Zahl 666 bezeichnete. Durch Johannes wollte Jesus seine Jünger vor dem Antichristen ihrer Zeit warnen.
»Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, dass das kaiserliche Rom das Modell für die Staatsmacht bildete, die in der Offenbarung als Feind des Christentums dargestellt ist. Das Tier, das "Macht über alle Stämme, Völker, Sprachen und Nationen" hatte (13,7) besass sein Gegenstück in der Weltherrschaft Roms unter den Kaisern. Das "Zeichen", das die Menschen tragen müssten, um kaufen und verkaufen zu dürfen (13,16.17), war der Begriff, der für das kaiserliche Siegel benutzt wurde, das auf Testamente, Verträge, Lieferscheine und andere Dokumente gesetzt wurde, um sie rechtsgültig zu machen. Die Hure, genannt das Grosse Babylon, trunken vom Blut der Heiligen und Märtyrer, sass auf sieben Bergen (17,9) - die Zahl der Hügel Roms. Ob nun die Offenbarung letzten Endes in den Begriffen Roms zu interpretieren war oder nicht, zu der Zeit, als sie zuerst von Christen gelesen wurde, war sie sicherlich auf Rom gemünzt.«41

Die Zahl 666 muss meiner Überzeugung gemäss die Zahl des Kaisers sein, der zur Zeit der Abfassung der Offenbarung regierte und Christen verfolgte. Da Johannes zur Zeit Domitians schrieb, muss es sich um den Kaiser Domitian handeln! Das lässt sich auch durch die Gematrie bestätigen.

Autokrator Kaisar
Dometianos Sebastos

»...Noch überzeugender führt Stauffer42 zu Domitian, weil er einen Text findet, der zu 13,1 passen würde: einen wahren Lästernamen. Nach ihm lautete dessen amtlicher Kaisername, wie er tatsächlich aus alten Funden hervorgeht: Autokrator Kaisar Dometianos Sebastos Germanikos. Hierin wird er als göttlicher Alleinherrscher und Kaiser Domitian gerühmt. Der stolze Beiname Germanikos erinnert an erfolgreiche Feldzüge gegen die Germanen. Stauffer fügt nun ein, dass solch umständliche Titel auf Urkunden, Münzen usw. abgekürzt wurden. Nach damals üblicher und "viel bezeugter" Kürzungsmethode rechnen hier nur folgende Buchstaben: A(utokrator) KAI(ser) DOMET(ianos) SEB(astos) GE(rmanikos) und ergeben, mit griechischen Buchstaben geschrieben, die Quersumme 6664344

griechische Zahl

Zum Schluss will ich festhalten, dass ich wie Irenäus überzeugt bin, »dass sich die Namenszahl des Tieres nach griechischer Zählung aus den Buchstaben des Namens ergibt.«45







s

SCHLUSS

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Zielaussage

Domitian war der Antichrist zur Zeit des Apostel Johannes. Der eigentliche und letzte Antichrist kommt aber erst noch.

Appell

Doch es ist wichtig, nicht auf den Antichristen zu warten, sondern auf die baldige Wiederkunft Christi! Denn das Wesen des Antichristen währt nur eine kleine Zeit. Siehe, Er kommt bald!







Literaturverzeichnis:



1In meiner Arbeit ist vor allem das "wann" von Bedeutung.

2Eusebius 7. Buch, 25,1-27; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. S. 341-345

3Eusebius 3. Buch, 39,4; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 189

4»Manche halten es nicht für notwendig, mit Eusebius aus den Worten des Papias zu folgern, dass der Presbyter Johannes eine von dem Apostel Johannes verschiedene Person war.«
(Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 189, Fussnote 137)

5Eusebius 3. Buch, 39,5-6; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 189

6Eusebius 3. Buch, 20,8-9; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 169

7Eusebius 3. Buch, 23,1; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 170

8Eusebius 4. Buch, 18,8; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 219

9Eusebius 5. Buch, 8,5-7a; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 250-251

10Die Welt des Neuen Testaments, Merrill C. Tenney, S. 418-419

11Diese gängige evangelikale Auslegung kommt gut im Fundamentum-Heft 2/2001 zum Ausdruck:
»Von unserem Standpunkt in der Geschichte aus gesehen sind die letzten sieben Jahre von Daniels Prophetie noch prophetisch, noch in der Zukunft, aber mit ihrer Erfüllung werden alle sechs Zwecke von Vers 24 verwirklicht. Die Hauptaussagen des Verses sind folgende:
Erstens wird der 70. Siebener erst dann beginnen, wenn ein Siebenjahres-Bündnis oder ein Vertrag zwischen Israel und einem politischen Führer einer grösseren nichtjüdischen Macht unterzeichnet wird. Das Pronomen "er" in Vers 27 bezieht sich auf die nächststehende Bezugsperson, und das ist nicht der Messias, sondern "der kommende Fürst". Dieser politische Fürst ist bei den Christen besser bekannt unter der Bezeichnung "Antichrist".
Zweitens: In der Mitte dieser Periode, das heisst nach 3 ½ Jahren, wird dieser Führer der Heiden seinen Vertrag mit Israel brechen und bewirken, dass das Opfersystem eingestellt wird. Voraussetzung dafür ist, dass zu dieser Zeit wieder ein Tempel in Jerusalem errichtet und das Opfersystem Moses eingeführt worden ist. Dann aber wird es mit Gewalt beendet.
Drittens: Das Ergebnis des Bruchs dieses Bündnisses wird sein, dass der Tempel durch einen Greuel verunreinigt sein wird. Dieser Greuel bezieht sich auf eine Statue oder ein Götzenbild. Wie es in den Tagen des Antiochus Epiphanes war, so wird es in Zukunft wieder sein, wenn ein heidnischer Führer den Tempel durch Götzendienst entweihen wird.
Viertens: Auf diese Entweihung muss in der restlichen Hälfte des 70. Siebeners (den letzten 3 ½ Jahren) Zorn und Verwüstung folgen, Verfolgung und Krieg. Dies erinnert an die Prüfungen und Trübsale, von denen die Rabbis gesprochen haben, dass sie die Vorbereitung für die Errichtung des messianischen Reiches seien. Diese schrecklichen Tage werden als "die Fussstapfen des Messias" bezeichnet. Aber wenn dann diese schrecklichen Dinge ihren Lauf genommen haben, werden die letzten drei der in Vers 24 vorhergesagten Dinge eintreten: Nach dieser Periode wird ein Zeitalter der Gerechtigkeit anbrechen, in dem das Allerheiligste gesalbt und jede Vision und Prophetie erfüllt werden wird. Zu diesem Zeitpunkt wird das messianische Königreich errichtet werden, nach dem der Prophet Daniel sich so sehr sehnte.«
(Fundamentum, Heft 2/2001, 22. Jahrgang, 2. Quartal, Dr. Arnold G. Fruchtenbaum, Titel: Der 70. Siebener (Dan. 9,27), S. 55-56)

12Wuppertaler, Die Offenbarung des Johannes, 2. Teil, Exkurs 7, S. 67

13Wuppertaler, Die Offenbarung des Johannes, 2. Teil, Exkurs 7, S. 67-68

141. Joh. 2,18: Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist.

15Auch die Auslegung von Adolf Pohl ist interessant:
»Viermal wird im folgenden das Dreizeitenschema auf das Tier bezogen (V. 8.10.11), gewiss als die tragende Aussage über das Tier und als sein eigentliches "Geheimnis" (V. 7). Sie entspricht der Hervorhebung der Todeswunde in 13,2.12.14. Beide Grundaussagen fügen sich zusammen: Indem das Tier die Todeswunde überstanden hat, hat es sich als Überwinder geschöpflicher Hinfälligkeit erwiesen. Es ahmt die Herrschaft Gottes und Christi über die Geschichte nach und erschreckt die Menschen durch seine alle Zeiten überdauernde Unverwüstlichkeit. Wenn es schon den Anschein hat­te, als gehöre sein Wesen endlich verschollenen Epochen an, ist es plötzlich wieder da und feiert seine sieghafte "Paru­sie", seine satanische Renaissance.«
(Wuppertaler, Die Offenbarung des Johannes, 2. Teil, Offb. 17,8, S. 205)

16Sowohl Paulus wie auch Johannes sprechen einerseits von dem Antichristen und andererseits von der Wirksamkeit des antichristlichen Tieres: Paulus spricht in 2. Thess. 2,3-12 von dem Antichristen, sagt aber in 2. Thess. 2,7, dass das Ge­heimnis des Antichristen bereits am Wirken ist. Johannes spricht ebenfalls von dem Antichristen (1. Joh. 2,18a; 4,3a), während er aber klar sagt, dass bereits zu seiner Zeit viele Antichristen gekommen sind (1. Joh. 2,18b; 4,3b). In 2. Joh. 7 macht er allerdings keinen Unterschied.
2. Thess. 2,7-8 (Elberfelder): Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur (offenbart es sich nicht), bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist; und dann wir der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus be­seitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft;
Nach Elberfelder empfinde ich 2. Thess. 2,7 etwas gar stark ausgelegt. Darum zitiere ich noch die etwas wörtlichere Konkordante:
2. Thess, 2,7 (Konkordante): Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon wirksam, nur muss der aus der Mitte ge­nommen werden, der sie bis jetzt noch aufhält.
1. Joh. 2,18: Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist.
1. Joh. 4,3: und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der (Geist) des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt.
2. Joh. 7: Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, die nicht Jesus Christus, im Fleisch gekommen, be­kennen; dies ist der Verführer und der Antichrist.

17Offb. 19,19: Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um mit dem, der auf dem Pferd sass, und mit seinem Heer Krieg zu führen.

18»Sie selbst wurden in der Schlacht niedergemetzelt, Jerusalem von den Feinden geplündert, und das Heiligtum für die Dauer von drei Jahren und sechs Monaten der Verödung preisgegeben.«

(Flavius Josephus, Geschichte des Jüdischen Krieges, 5. Buch, 9. Kapitel, 4. Vers; S. 525)

Diese Zeitangabe hat auch Flavius Josephus nicht historisch verstehen können, da er ja sonst das Ende der Verödung hät­te miterleben müssen. Vielmehr ist anzunehmen, dass er an die letzte Jahrwoche Daniels gedacht hat und die Zerstörung des Tempels als die Hälfte dieser Jahrwoche verstand.

19Mt. 24,15: Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch Daniel, dem Propheten, geredet ist, an heiliger Stätte stehen seht - wer es liest, der merke auf! -,

20»Ihr rüchsichtsloser Terror trieb das Volk in den blutigsten und verhängnisvollsten Kampf seiner Geschichte. Dabei ver­hinderten die Kontroversen der Anführer untereinander jedes einigermassen erfolgreiche Vorgehen. Nachdem der Ein­fluss der Sikarier ausgeschaltet worden war, standen schliesslich zwei, gelegentlich sogar drei untereinander zerstrittene Parteien den Belagerern gegenüber: unter Simon ben Giora, Johannes von Gischala und Eleazar ben Simon.«
(Biblisch-Historisches Handwörterbuch, "Zelot", S. 2229)

21»War nun dem Volke von den äusseren Feinden Simon schon furchtbarer als die Römer, so flössten ihm doch die Zeloten im Innern der Stadt noch weit grösseren Schrecken ein. Übrigens hatten inzwischen Bosheit und Frechheit auch die Mannszucht unter den galiläischen Truppen aufgelöst. Denn nachdem Johannes mit ihrer Hilfe den Gipfel der Macht er­klommen hatte, erlaubte er ihnen dafür kraft seiner nunmehri­gen Stellung als Herrscher, alles zu tun, wonach es sie gelüstete. Unersättlich war nun ihre Raubgier; die Häuser der Rei­chen wurden durchstöbert; Männer morden und Weiber schänden diente ihnen zur Kurzweil. Noch triefend vom Blute, verprassten sie das Geraubte und ergaben sich aus Übersättigung ungescheut weibischem Gebaren, indem sie sich das Haar frisierten, Weiberkleider anzogen, sich mit wohlriechendem Öl salbten und sich zur Zierde die Augen bemalten. Aber nicht allein was Putz anlangt, suchten sie es den Weibern gleichzutun, sondern sie liessen sich auch als solche ge­brauchen und ersannen im Übermass der Geilheit widernatürliche Lüste: wie in einm Bordell wälzten sie sich in der Stadt umher und befleckten dieselbe mit lauter Werken der Unzucht. Weiber dem Gesicht nach, führten sie mit der Hand den Mordstahl; zierlichen Schrittes einhertänzelnd, verwandelten sie sich plötzlich in angreifende Krieger; aus ihren feinge­färbten Oberkleidern zogen sie Schwerter hervor und durchbohrten jeden, der ihnen in den Weg kam.«
(Geschichte des Jüdischen Krieges, Flavius Josephus, 4. Buch, 9,10, S. 451-452)
»Sie« (Eleazars Anhänger) »besetzten nun den inneren Tempelraum und pflanzten über den geweihten Toren im Ange­sicht des Allerheiligsten ihre Waffen auf. (...) Mit Lebensmitteln reichlich versehen, waren sie wohlgemut; denn die Op­fergaben überhoben diese Menschen, die nichts für unerlaubt hielten, aller Not.«
(Geschichte des Jüdischen Krieges, Flavius Josephus, 5. Buch, 1,2, S. 469-470)
»Obwohl nämlich die Anhänger Eleazars in ihrer Raserei sich jede Art von Gottlosigkeit erlaubten, liessen sie doch die­jenigen, welche opfern wollten, in den Tempel ein, wobei sie die Einheimischen mit argwöhnischer Vorsicht, die Frem­den dagegen sorgloser durchsuchten. Hatten aber diese Leute beim Eintritt die Grausamkeit der Besatzung durch Bitten besänftigt, so wurden sie nichtsdestoweniger vom Aufruhr dahingerafft; denn die Geschosse der Maschinen flogen infolge der grossen Kraft, mit der sie geschleudert wurden, bis an den Altar und den Tempel und trafen Priester wie Opfernde. So sanken viele, die von den Enden der Erde zu dem hochberühmten, allen Menschen heiligen Ort gepilgert waren, noch vor ihren Opfertieren zu Boden und netzten den Altar, den sämtliche Griechen und Barbaren verehren, mit ihrem Blute. Lei­chen von Einheimischen und Fremden, von Priestern und Laien lagen hier durcheinander aufgehäuft, und ihr Blut bildete in den heiligen Räumen einen förmlichen See.«
(Geschichte des Jüdischen Krieges, Flavius Josephus, 5. Buch, 1,3, S. 470-471)
»Die Freveltaten der Tyrannen« (gemeint sind die Zeloten!) »im einzelnen zu schildern, ist unmöglich; darum kurz ge­sagt: keine Stadt hat je ähnliches auszustehen gehabt, und kein Geschlecht, so lange die Welt steht, war erfinderischer in Werken der Bosheit.«
(Geschichte des Jüdischen Krieges, Flavius Josephus, 5. Buch, 10,5, S. 532)

22Dem halte ich entgegen, dass Gott die Verheissung der Wiederkunft Christi absichtlich "verzögert", damit die Christen auf Seine Wiederkunft vorbereitet werden und möglichst viele gerettet werden können (2. Petr. 3,9). Demgemäss können die Christen sogar die Wiederkunft Christi sogar beschleunigen (oder eben auch verzögern), indem sie sich nämlich bereit machen (2. Petr. 3,12).
2. Petr. 3,9: Der Herr verzögert nicht die Verheissung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmü­tig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Busse kommen.
2. Petr. 3,12: indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, ...

232. Thess. 2,4: der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heisst oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei.

24Dass sich ein Antichrist tatsächlich in den christlichen Tempel, d.h. in die Gemeinde, setzt und sich als etwas höheres als ein natürlicher Mensch ausgiebt, haben wir in der Geschichte des 20. Jahrhunderts leider erlebt: Hitler!
»Nachdem im Ausland "Gerüchte" über Ausschreitungen in Deutschlang gegen Juden bekannt geworden waren, verurteilten die deutschen Freikirchen diese sofort als "Greuelpropaganda". Der Methodistenpfarrer Karl Zehrer schreibt dazu in seinem Buch "Evangelische Freikirchen und das 'Dritte Reich'", die Methodistenkirche und die Evangelische Gemeinschaft hätten bei ihren Schwesterkirchen in England und den USA telegraphisch gegen die Verlautbarungen der dortigen Presse protestiert. "Der Bund der Baptistengemeinden ersuchte den zu dieser Zeit in Deutschland wielenden Generalsekretär seines Weltbundes, alle baptistischen Gemeinden der Welt darüber zu informieren, dass es eine Diskriminierung der Juden in Deutschland nicht gibt." (...)

Dem Hitler-Regime gelang es, das Vertrauen der Freikirchen in die NS-Politik derart zu bestärken, dass manche von ihnen, so 1935 im "Kirchenblatt" verlautbart, sogar bereit waren, die SS als eine elitäre Einheit christusgläubiger Menschen anzusehen.«
(idea-Magazin 8/95, 19.5.1995, S. 5-6)

»Der methodistische Liedermacher August Rücker dichtete im "Evangelist" 1938 gar eine Lobeshymne auf den Führer und sein "heiliges Werk":

"Gekrönt war unsres Führers Walten! (...) nun jauchzt es Dank und kommt getreten zu Gott und Führer tiefbeglückt. (...) So wird unser Volk bestehen in diesem Friedenswerk vereint; steht es auf solchen heilgen Höhen, dann kann es trotzen jedem Feind (...)."«
(idea-Magazin 8/95, 19.5.1995, S. 6)

»Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges liess die Anhängerschaft nicht nach. Die Freikirchen wünschten Hitler Glück und Gottes Segen für seine Taten. (...) Diese Haltung belohnte der Führer mit diversen Bevorzugungen. So erlaubte er den Freikirchen, öffentliche Grossevangelisationen und Zeltmissionen durchzuführen. Hitler spendete einer methodistischen Gemeinde sogar 10'000 Reichsmark zur Beschaffung einer Orgel. (...)

Der deutsche Bischof der Methodistenkirche erklärte zu diesem Thema, "dass im Dritten Reich die Methodistenkirche über eine Freiheit verfügt, wie sie ihr noch nirgends sonst zuteil geworden ist, und dass, wenn die Evangelische Kirche sich über Verfolgungen beklagt, das nur darauf beruhen könne, weil sie selbst sich in die Politik einmischt."«
(idea-Magazin 8/95, 19.5.1995, S. 6)

»1944, als sich das Kriegsglück endgültig gegen Hitler gewendet hatte, konnte er weiter auf die unverbrüchliche Treue seiner freikirchlichen Anhänger zählen. Die deutlichste Loyalitätserklärung bekundeten sie nach dem Attentat Oberst Stauffenbergs auf Hitler am 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier "Wolfsschanze". Das Ergebenheitstelegramm des VEF (Verband Evangelischer Freikirchen) lautete: "Zur Rettung von ruchlosem Attentat senden mit inniger Freude, Dank gegen Gott und der Versicherung weiterer Fürbitte herzlichste Glückwünsche namens der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (...)."«
(idea-Magazin 8/95, 19.5.1995, S. 7)

25»Es besteht die Möglichkeit einer mehrfachen Erfüllung. (...)
Johnson bringt in seinem Werk The Quotations of the New Testament from the Old eine ausführliche Besprechung des doppelten Bezugs. (...) In den Ereignissen, Personen und Worten des AT sind tief vergraben Bezüge zu Ereignissen, Per­sonen und Worten des NT verborgen. Eine AT-Prophetie kann eine Erfüllung in einem vorchristlichen Ereignis und spä­ter während der christlichen Zeit finden, wie die Verwunderung der Juden (Hab. 1,5-6), die im AT durch die zerstöreri­schen Armeen der Chaldäer und im NT durch die Erlösung der Heiden erfüllt wurde.
Die Grundannahme, die zweifellos gültig ist, dass das AT in tiefgehender Weise typologisch für das NT ist, kommt über­all in Johnsons hervorragender Besprechung immer wieder zum Vorschein.«
(Biblische Hermeneutik, Bernhard Ramm, S. 264-267)

261. Makk. 1,46-52: Antiochus sandte auch Briefe nach Jerusalem und in alle Städte Judas; in ihnen gebot er, dass sie die Gebräuche der Heiden annehmen, die Brandopfer, Speiseopfer und Sündopfer im Heiligtum einstellen, Sabbate und an­dere Feste abschaffen, das Heiligtum und das heilige Volk Israel entheiligen, Altäre, Tempel und Götzenbilder errichten, Schweinefleisch und andere unreine Tiere opfern sollten. Auch die Beschneidung verbot er und gebot, die Leute an alle Unreinheiten und heidnischen Bräuche zu gewöhnen, damit sie Gottes Gesetz vergessen und seine Rechtsordnungen ab­schaffen sollten. Und wer dem König Antiochus nicht gehorsam sein würde, den sollte man töten.

271. Makk. 1,57: Im 145. Jahr, am fünfzehnten Tage des Monats Kislew, liess König Antiochus das Greuelbild der Ver­wüstung auf Gottes Altar setzen und in allen Städten Judas Altäre errichten,

28Ich schrieb folgende Begründung: »Eigentlich würde ich hier gerne die Konsequenzen meiner Auslegung der 42 Monate auf die Auslegung der Offenbarung aufzeigen. Doch das würde den vorgegebenen Rahmen der Studienarbeit sprengen. Deshalb werde ich diesen Teil nur für mich privat ausarbeiten. ;-)«

292. Kor. 4,17: Denn das schnell vorübergehende Leichte der Drangsal bewirkt uns ein über die Massen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit,

30Ich sehe in meiner Auslegung die 3 ½ Jahre zeitgleich mit den nachfolgenden 3 ½ Tagen.

31Mt. 16,18: Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

32Etwas Verwirrung schafft Offb. 12,10: Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen; denn (hinab)geworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte. (Elberfelder-Übersetzung)
Hierzu kommentiert die Wuppertaler-Studienbibel: »Wichtig für das richtige Verständnis ist hier die Erfassung des Partizip Präsens, das umständlich nachgeahmt so lautet: "gestürzt ist der Verkläger, der sie Anklagende vor Gott Tag und Nacht". Er hatte und hat noch die Eigenschaft, sie zu verklagen; seinem Wesen nach ist er ständig darauf aus. Dass er bei Gott nicht mehr als Verkläger zugelassen ist, hindert ihn nicht, Tag und Nacht Zulassung zu beantragen. Vor die Tür gesetzt, rumort er draussen vor der Tür. Er wäre nicht Satan, wenn er jemals Ruhe geben würde, wenn er nicht zäh und unermüdlich die Wiederaufnahme des Prozesses anstrengen würde. Seine Dauerabsicht und Dauerneigung bleibt es, einen Keil zwischen Gott und das Gotteskind zu treiben, aber nicht mehr seine Möglichkeit.«
(Wuppertaler-Studienbibel, Die Offenbarung des Johannes, 2. Teil, S. 108)

33idea Spektrum Schweiz Nr. 5, Artikel: Warnt die Bibel vor Internet und Strichcodes?, 31.1.2001, S. 14

34idea Spektrum Schweiz Nr. 5, Artikel: Warnt die Bibel vor Internet und Strichcodes?, 31.1.2001, S. 14

35Kurs mit Martin Forster zum Thema "Offenbarung", 15.9.1998, Basel

36Kurs mit Martin Forster zum Thema "Offenbarung", 15.9.1998, Basel

37Kurs mit Martin Forster zum Thema "Offenbarung", 15.9.1998, Basel

38Kurs mit Martin Forster zum Thema "Offenbarung", 15.9.1998, Basel

39Kurs mit Martin Forster zum Thema "Offenbarung", 15.9.1998, Basel

40idea Spektrum Schweiz Nr. 5, Artikel: Warnt die Bibel vor Internet und Strichcodes?, 31.1.2001, S. 14

41Die Welt des Neuen Testaments, Merrill C. Tenney, S. 418

42Meine Ergänzung: »Titus Flavius Domitianus, röm. Kaiser (81-96 n.Chr. Er wurde von Martial und Statius als "Dominus ac Deus noster" verherrlicht, von Plinius d.J. und Apollonius v. Tyana als "Bluthund" verabscheut. Die jüd. und christl. Apokalyptik prophezeite seine Vernichtung durch den Messias (4 Esr 11 ff, Off 13 ff). Wenn man die offiziellen Ab­kürzungen seiner Kaisertitulatur als Zahlzeichen behandelt und addiert, erhält man die Zahl 666 (vgl. Off 13,18).«
(Biblisch-Historisches Handwörterbuch, "Domitian", S. 349, E. Stauffer)

43A=1, K=20, A=1, I=10, D=4, O=70, M=40, E=5, T=300, S=200, E=5, B=2, G=3, E=5

44Wuppertaler, Offb. Teil 2, Exkurs 12, S. 147

45Eusebius 5. Buch, 8,5-7a; Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, S. 250-251